MIGRÄNE

Die­ses weit ver­brei­te­te Krank­heits­bild stellt einen wich­ti­gen Teil un­se­res Leis­tungs­spek­trums dar. Neben klas­si­schen me­di­ka­men­tö­sen An­wen­dun­gen steht ins­be­son­de­re die Be­treu­ung des Ein­zel­nen Be­trof­fe­nen im Vor­der­grund, um even­tu­el­le Aus­lö­ser der Mi­grä­ne wie Streß und An­span­nungs­si­tua­tio­-

nen zu be­ar­bei­ten und da­durch im Vor­feld eine Mi­grä­ne­at­ta­cke un­ter­bin­den zu kön­nen. Ent­span­nungs­ver­fah­ren und psy­cho­lo­gi­sche Be­treu­ung flan­kie­ren diese so wich­ti­ge Ar­beit mit dem Pa­ti­en­ten.

 

BEZEICHNUNGEN

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DAS KRANKHEITSBILD

Bei der Migräne handelt es sich um eine spezielle Kopfschmerzsymptomatik, die typischerweise als halbseitiges Schmerzgeschehen meist die Schläfen, Stirn und den Augenbereich oder aber auch eine komplette Kopfseite betrifft. Die Schmerzen sind meist von intensivem, pulsierend pochendem Schmerzcharakter. 

Begleitend treten typischerweise Übelkeit, Erbrechen, Überempfindlichkeit für Licht, Geräusche und Gerüche auf, weiterhin Kältegefühl, Durchfälle u.ä.. Manchmal gehen der Migräne eine Sehstörung oder andere neurologische Beschwerden wie z.B. Taubheitsgefühle für wenige Minuten bis zu wenigen Stunden voraus. Dies bezeichnet man als Aura.

 

Die Migränebeschwerden dauern in der Regel zwischen wenigen Stunden bis zu max. 3 Tagen. Sollte eine Schmerzsymptomatik darüber hinaus andauern, ist dringend ein Arzt hinzuzuziehen.


Die Behandlung der Migräne umfasst neben einer medikamentösen Therapie zur akuten Schmerzbehandlung auch die Möglichkeiten der medikamentösen Prophylaxebehandlung um die Häufigkeit, Anfallsdauer und Schmerzintensität zu vermindern bzw. zu beseitigen.

 

Daneben spielen insbesondere allgemeine Faktoren wie Erkennen und Vermeiden von Auslösern (Stress, Ernährungsfaktoren u.ä.), sowie allgemein unterstützende Maßnahmen wie Entspannungsverfahren (Autogenes Training, Muskelrelaxation nach Jacobson) eine wesentliche Rolle zum Verhalten bei entsprechender Prädisposition.

 

Es empfiehlt sich sehr, einen Schmerzkalender zu führen, in dem die wesentlichen Beschwerden, deren Lokalisation, Auslöser, Umstände und Verhaltensweisen, sowie die Wirksamkeit der medikamentösen Behandlung festgehalten werden.

 

Von der Migräne deutlich abzugrenzen ist der Spannungskopfschmerz. Es handelt sich dabei um einen ziehend drückenden, manchmal auch stechenden Kopfschmerz der typischerweise im Gegensatz zur Migräne immer beidseitig meist vom Nacken aufsteigend auftritt.

Auslöser sind dabei häufig Verspannungen im Schulter-Nackenbereich. Die Behandlung unterscheidet sich wesentlich von der Migräne. Es besteht jedoch auch die Möglichkeit, an beiden Schmerztypen zu leiden. Darum ist es für den Patienten unbedingt notwendig, beide Schmerzformen von einander zu unterscheiden, da sie jeweils einer anderen Behandlung bedürfen.

 

Nicht selten kommt es im Verlauf der Schmerzbehandlung bei Migräne und Spannungskopfschmerz zum falschen und zu häufigen meist täglichen Gebrauch von schmerzstillenden Medikamenten. Dabei besteht die Gefahr, dass ein medikamenteninduzierter Dauerkopfschmerz entsteht. Der Versuch, diesen dann wieder mit entsprechenden Schmerzmitteln zu behandeln, führt zu einem Teufelskreislauf, der sich meist nur durch das komplette Absetzen aller Schmerzmedikamente durchbrechen lässt.

 

Die Behandlung des medikamenteninduzierten Dauerkopfschmerzes sollte jedoch immer im stationären Rahmen erfolgen, um bestmögliche Behandlungsmöglichkeiten zu gewährleisten.